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2015: Tierheil-praktikerin Kosian bei Hundkatzemaus auf VOX

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tiertherapie hundetraining

Tierkinesiologie – ein unerforschtes Phänomen in der Tiertherapie?

erschienen in der "SITZPLATZFUSS", das Bookazin für den anspruchsvollen Hundehalter Nr. 16

 

Als recht junge, vielseitig genutzte Diagnose- und Therapiemethode setzt sich die Kinesiologie auch bei der ganzheitlichen Behandlung von Tieren immer mehr durch. Mit Hilfe eines Muskeltestverfahrens soll die Wirkung bestimmter Gedanken, Gefühle, Umgebungsreize und Futtermittel auf den Tierorganismus festzustellen sein.  Als hauptberuflich  tätige Tierheilpraktikerin möchte ich über diese bei Tierhaltern häufig noch unbekannte Arbeitsweise informieren, über Praxiserfahrungen und Risiken berichten.

 

Praxisalltag

Ich betrete mit meinem Praxisequipment das idyllische Zuhause am Stadtrand Hamburgs von Curly, einer Mini Labradoodle Welpin und Amy, einer Jack Russel Hündin. Ich werde wie immer freundlich empfangen. Wir setzen uns gemeinsam mit den Hunden ins Wohnzimmer, wo die Hunde ihre Körbchen haben. Die Halterin, Mutter und tätig als Vorstandsmitglied eines großen Unternehmens sieht müde aus, berichtet verzweifelt:  Beide Hunde leben nach anfänglichen Schwierigkeiten seit vier  Wochen zusammen. Die zarte Welpin Curly ist bereits krank in die Familie gekommen. Bereits zwei Tage nach Ankunft plagten sie teils blutige Durchfälle.  Sie wurde diverse Male dem Tierarzt und einer renommierten Tierklinik vorgestellt.  Die Halterin schildert den Krankheitsverlauf. Für einen umfassenden Überblick über die Gesamtsituation, beobachte und untersuche ich Curly genau, kläre Haltungsbedingungen, frage nach bisher verabreichten Medikamenten. Erst wurden Rundwürmer, dann Giardien (einzellige Parasiten, die den Magen-Darmtrakt befallen) durch Laboruntersuchungen diagnostiziert. Die Hündin wirkt nach Antibiotika und Wurmkuren geschwächt, ist mager, das Fell struppig. Bei unserem ersten Termin ist sie immer noch nicht parasitenfrei und überraschte die Familie nachts von erneuten Durchfällen. Curly wirkt unsicher  und ist auch nicht stubenrein.  Das Familien- und Berufsleben leidet stark unter dieser Situation, da sich seit Wochen 24 Stunden alles nur noch um Hygienemaßnahmen und den schlechten Gesundheitszustand dieses kleinen Hundes dreht. Mitbewohnerin und Seniorin Amy, eine ehemalige Agility-Turnierhündin, sehe ich an,  wie sehr auch sie, unter der Situation leidet. Seit zwei Wochen frisst sie fast gar nichts mehr, musste ebenfalls prophylaktisch eine Wurmkur mitmachen,  litt unter Erbrechen.  Untersuchungen beim Tierarzt und Ultraschall in der Tierklinik ergaben keine eindeutige Diagnose! Medikamente wurden verschrieben, Futter umgestellt. Amy erbrach nicht mehr, fing aber auch nicht wieder an zu fressen. Doch bevor ich berichte, wie in dieser Familie die Tierkinesiologie zum Einsatz kam, stelle ich die Heilmethode vor.

 

Geschichtliche Hintergründe

In der Medizin steht Kinesiologie für Bewegungslehre (kinesio = Bewegung) und untersucht die Reaktionsweise spezieller Muskeln. Der amerikanische Chiropraktiker Dr. George Goodheart fand in den 1960 er Jahren Zusammenhänge zwischen Muskeln, Organen und Meridianen heraus. Wirkt ein Stressfaktor zu lange oder zu heftig auf den Organismus ein, schwächt dies das Biosystem. Das zeigt sich in einer Schwächung von Muskeln.Positive Ereignisse und Einwirkungen hingegen stärken es; die Muskeln bleiben stark. Aus seinen vielzähligen Beobachtungen und Erkenntnissen heraus entwickelte Goodheart die „Applied Kinesiology“, den kinesiologischen Muskeltest. Dabei handelt es sich um einbioenergetisches Testverfahren. Die Technik der Tierkinesiologie wurde in Deutschland vor allem von Dr. Rosina Sonnenschmidt gelehrt und verbreitet. Sie  forschte und entwickelte diese Arbeitsrichtung für die Veterinärmedizin, verfasste bekannte Werke zur ganzheitlichen Systemdiagnostik bei Tieren.

 

Der Muskeltest stellt ein wertvolles Mittel der Kommunikation mit dem Tier dar. Die Methode kann effektiv angewendet werden bei  Futtermittelallergien, Durchfall, Hautproblemen, körperlichen Schmerzen, chronischen Prozessen, Verhaltensauffälligkeiten, zur Gesundheitsvorsorge, aber auch zur Auflösung tiefsitzender Traumata und Ängste. Sie kommt in der Tierheilpraxis auch dann zum Einsatz, wenn Tiere auf eine bewährte Therapie nicht oder nicht mehr ansprechen oder Rückfälle hatten. Die Tierkinesiologie soll und darf eine klinische Untersuchung nicht ersetzen, vielmehr bietet die Kombination von Schulmedizin und Tierkinesiologie umfassende ganzheitliche Analyse-, und Therapiemöglichkeiten.

 

Wie der Muskeltest funktioniert

Die Sitzungen finden meist in bequemer Position für Halter und Therapeut auf dem Boden direkt am Tier statt. Mit der einen Hand streichelt oder berührt der Besitzer seinen Hund. Am Tier wird der Muskeltest mit Hilfe des Tierhalters durchgeführt, der stellvertretend getestet wird. Doch wie kann eine Mittelsperson Auskunft über die gesundheitliche Verfassung oder gar  Gefühle eines Tieres weitergeben? Jeder Mensch, jedes Tier, jede Substanz hat eine energetische Abstrahlung. Wie auch aus der modernen Physik bekannt wissen wir, dass eine Verbindung aller Biosysteme miteinander besteht und diese in Resonanz miteinander stehen sollen. Durch die Vernetzung ist es möglich, Informationen von unseren Tieren durch eine Mittelsperson zu transportieren. Und wie sieht das nun praktisch aus?

 Ich weise den Tierhalter an seinen Arm im rechten Winkel nach vorne zu halten. In der Kinesiologie wird häufig als Indikator am Arm der Deltamuskel verwendet. Ich bitte den Halter laut „Ja“ zu sagen. und versuche den Arm gegen seinen Widerstand nach unten zu drücken. Normalerweise kann dieser dem Druck ohne Probleme standhalten, der Arm „rastet ein“. Nun wird darum gebeten „Nein“ zu sagen. Wieder wird der Muskel nach unten gedrückt.  Die Muskelspannung ist verändert, der Besitzer wird dem Druck nicht standhalten können und dieser lässt sich nach unten drücken. Dann wird die Testbereitschaft des Surrogats überprüft und ggf. Vortests durchgeführt. Der Therapeut fängt an Fragen zu stellen und drückt dann den Arm. Jedesmal steht ein starker Muskel für ein „Ja“ und ein schwacher Muskel für ein „Nein“. Die jeweilige Muskelreaktion ergibt somit eine Antwort auf die jeweilige Frage. Das bedeutet, dass das Biosystem unseres Tieres anzeigt, ob etwas seinen Körper stresst oder nicht. Getestet wird nicht die Muskelkraft, sondern die Reaktion des Körper-Gehirn-Muskel-Systems. Korrekturen und angewendete Methoden, die den Körper wieder  in Balance bringen sollen, werden direkt am Tier durchgeführt. Ausserdem werden meist anhand von Testsätzen naturheilkundliche Mittel nach der Muskelantwort ausgewählt. Die Testsubstanz wird hierfür  an den Körper des Tieres gehalten.

 

Mit Hilfe der Tierkinesiologie hat der Halter die Möglichkeit zu erfahren, was die Ursachen für die Probleme seines Tieres sind. Obwohl es in den letzten Jahren eine enorme Verbreitung der Attraktivität der Methode gab, liegt  keine 100-prozentige wissenschaftliche Erklärung vor, warum der Muskeltest funktioniert. Bisher beschäftigen sich nur wenige unabhängige Untersuchungen mit  dem Thema.

 

Risiken

Mediziner und klassische Homöopathen kritisieren, dass es trotz sehr viel positiver Erfahrungswerte kein einheitliches Denkmodell gibt und es an der Beweisführung mangelt. Außerdem ist die Qualität des Testens auch davon abhängig, wie gut der Therapeut dieses Instrument beherrscht. Das Angebot an Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten wächst und damit auch der unprofessionelle Umgang. Den Muskeltest kann man an Wochenendseminaren erlernen ohne auf teure Ausbildungsreihen zurückgreifen zu müssen. Eine Gefahr, denn ich weiß, dass es bei der Anwendung nicht nur um eine rationale Ja/Nein Abfrage geht. Die richtigen Fragestellungen, Gespür für das Testergebnis und das Erkennen des zu korrigierenden Themas, um das es bei einer Behandlung geht, können nach einem Wochenendkurs nicht vorhanden sein! Außerdem dürfen Menschen ohne medizinisches Fachwissen im Human- sowie im Tierbereich kinesiologisch tätig werden. Für mich birgt diese Tatsache eine Gefahr, wenngleich ich keinen Kollegen kenne, der nicht verantwortungsbewusst mit dem Medium umgeht. Wer beruflich auf dem Gebiet erfolgreich sein will, sich umfassend weiterzubilden. Denn die Kinesiologie bietet als schmerzfreie, nicht invasive Therapiemethode enorme Möglichkeiten. Vor allem bei wenigen Tagen alte Welpen oder sehr ängstlichen Hunden aus dem Tierschutz sowie sehr alten oder gar austherapierten Tieren, wo schon Diagnosen vorliegen, sehe ich enorme Möglichkeiten.

 

Eine tierkinesiologische Behandlung

Vor 16 Jahren erfuhr ich die Kinesiologie am eigenen Leib und hatte, wie die Halterin von Amy und Curly, vom „Muskeltest“ noch nie etwas gehört. Entweder die Tierhalter kennen die Testweise gar nicht oder sie verlangen gezielt nach dieser Behandlungsmethode.  Entscheidend war in dem Fall von der älteren Hündin Amy, dass wir durch kinesiologische Tests zu dem Kernproblem durchdrangen: „Ich habe Angst mein Frauchen zu verlieren“. Nachdem wir diesen Glaubenssatz ins Bewusstsein geholt hatten, ersetzten wir diesen mittels der Behandlung durch einen positiven. Wir testeten aus, dass ein homöopathisches Mittel sowie eine Bachblüte begleitend gegeben werden sollten. Tägliche Abläufe die Fütterung betreffend wurden geändert.  Amy fing direkt wieder an zu fressen und wirkte „unbeschwert“. Curly brauchte hingegen mehrere Behandlungen, teils parallel zu Tierarztbesuchen. Wir testeten homöopathische Mittel für das Immunsystem, einen Vitalpilz und Kräuter sowie spezielle Nahrungsergänzungen u.a. zum Aufbau der Darmflora. Wir führten Substanztests an Futtermitteln durch und ein artgerechtes Hundefutter ein. Alles im Hinblick darauf den Allgemeinzustand zu verbessern, keinen erneuten Durchfall auszulösen und den Giardien den Kampf anzusagen. Nach vier Wochen gab es nach einer parallel vom Tierarzt verordneten Antibiotikatherapie einen Rückschritt, tagelang Durchfall.  Der Tiefpunkt war ein kurzer Moment, in dem die Familie aus Verzweiflung überlegte, den Welpen zum Züchter zurück zu geben. In solchen Situationen sind wir Tiertherapeuten und Psychologen in einem. Ich motiviert,  nicht aufzugeben! Die Besitzer steckten ihre ganze Energie in die den Heilungsprozess und meine Therapien. Zwölf Wochen und weitere Behandlungen sind vergangen, die junge Hündin ist immernoch sehr schlank, hat aber bereits 2 kg zugenommen! Das Ergebnis meiner letzen Kotuntersuchung von Curly löste ein Jubelschrei in der Familie aus: zum ersten Mal keine Giardien, keine Parasiten. Ausserdem keine auffälligen Symptome. An der Unsicherheit der Hündin und der damit verbundenen Stubenreinheit arbeiten wir weiter.

 

Fazit

In meiner Tierpraxis bereichert die Tierkinesiologie meine Therapien als eindrucksvolles Arbeitsinstrument. Es lassen  sich für mich klar, systematisch und unkompliziert Krankheitsursachen und Behandlungsschritte für tiefgründige Heilgeschehen aufzeigen. Essentiell für die Glaubwürdigkeit ist, dass Tiertherapeuten kompetent und verantwortungsbewusst handeln. Dann ist die Behandlung auch vertrauenswürdig. Denn wissenschaftliche Beweise fehlen. Als junge Methode mit ihren vielfältigen Anwendungen hat es die Tierkinesiologie häufig schwer. Wenn Kollegen mit „Wundern“ prahlen und ihr Handwerk zu verkaufen versuchen, kann ich Skepsis durchaus verstehen.Allerdings kann ich aus der Erfahrung heraus sagen, dass bei den Tierhaltern kaum Erklärungsbedarf da ist. Tierbesitzer, die für ihr Tier einen Termin beim Tierheilpraktiker vereinbaren, sind generell offen  für alternative Heilverfahren, um welches es auch geht. Und was letztendlich zählt, damit Hundehalter Kunden bleiben, ist ein positives Ergebnis!

 

von Nadine Kosian, Tierheilpraktikerin und Autorin 07.10.2014


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